Als Familie mit Kindern nach Malta auswandern
Erfahrungen von Expats
Malta wirkt auf den ersten Blick wie ein ideales Ziel für Familien: Mittelmeerklima, englische Amtssprache, kurze Wege und viele internationale Arbeitsmöglichkeiten – besonders in Branchen wie iGaming, Fintech oder Online-Marketing. Deshalb ziehen jedes Jahr viele Expats mit ihren Familien auf die Insel.
Doch wie sieht der Alltag tatsächlich aus? Erfahrungsberichte von Expats zeigen, dass das Leben auf Malta mit Kindern viele Vorteile hat – aber auch einige Herausforderungen.
Familienleben auf Malta – viel Sonne und ein starkes Gemeinschaftsgefühl
Viele Expats berichten, dass Malta ein sehr familienfreundliches Umfeld bietet. Kinder wachsen hier in einer Gesellschaft auf, in der Familie einen hohen Stellenwert hat und Nachbarschaften oft eng miteinander verbunden sind.
Ein großer Vorteil ist das Klima. Die Insel hat rund 300 Sonnentage im Jahr, wodurch sich viel Freizeit draußen abspielt. Familien verbringen ihre Wochenenden oft am Strand, beim Wandern entlang der Küste oder bei lokalen Festen und Märkten.
Viele Expats berichten außerdem, dass sich Kinder relativ schnell integrieren. In Schulen oder Freizeitgruppen werden neue Mitschüler oft offen aufgenommen, und Englisch als Alltagssprache erleichtert den Einstieg erheblich.
Schulen auf Malta – staatlich, privat oder international
Ein zentrales Thema für Familien ist die Frage nach der Schule. Grundsätzlich gibt es drei Optionen:
Staatliche Schulen
Diese sind kostenlos und folgen dem nationalen Lehrplan. Unterricht findet meist auf Englisch und Maltese statt.
Private Schulen
Viele werden von kirchlichen Trägern betrieben und gelten als gute Alternative, wenn man kleinere Klassen möchte.
Internationale Schulen
Diese sind besonders bei Expats beliebt, weil sie komplett auf Englisch unterrichten und häufig internationale Curricula anbieten. Die Gebühren liegen je nach Schule oft zwischen etwa 3.000 und 12.000 € pro Jahr.
Einige Expats berichten allerdings, dass staatliche Schulen stärker auf Maltese ausgerichtet sind, was für neu zugezogene Kinder eine Herausforderung sein kann.
Beliebte Wohnorte für Familien
Viele Expats mit Kindern wohnen nicht direkt in den dicht bebauten Geschäftsvierteln, sondern in ruhigeren Orten.
Typische Familienorte sind:
- Swieqi und Pembroke – nahe internationaler Schulen
- Attard, Balzan und Lija – ruhigere Orte im Inselinneren
- St. Paul’s Bay oder Mellieħa – Küstenorte mit mehr Platz und Strandnähe
- Marsascala – entspannter Wohnort im Süden der Insel
Die bekannten Expat-Hotspots wie Sliema und St. Julian’s sind zwar sehr zentral, aber wegen Verkehr, Bauprojekten und Nachtleben nicht immer ideal für Familien.
Kosten für Familien
Malta ist kein Billigziel mehr. Besonders Mieten sind in den letzten Jahren stark gestiegen.
Typische Ausgaben laut Expat-Guides:
- zentrale Wohnungen (z. B. Sliema, St. Julian’s): etwa 1.200–2.800 € monatlich
- Lebensmittel und Alltag: mehrere hundert Euro pro Monat
- Gesamtbudget für Familien: etwa 3.500–5.000 € monatlich je nach Lebensstil.
Viele Expats ziehen deshalb in kleinere Orte außerhalb der touristischen Zentren.
Alltag mit Kindern – typische Probleme laut Expats
Neben den Vorteilen nennen viele Expats auch einige Schwierigkeiten.
Verkehr und Infrastruktur
Ein häufig genannter Kritikpunkt ist der Verkehr. Die Insel hat sehr viele Autos, wodurch besonders im Berufsverkehr lange Staus entstehen. Auch Parkplätze sind knapp.
Viele Expats berichten außerdem, dass öffentliche Verkehrsmittel nicht immer zuverlässig sind. Familien entscheiden sich daher oft für ein eigenes Auto.
Umwelt und Bebauung
In einigen Diskussionen berichten Expats über Probleme wie Lärm, Baustellen oder Luftqualität – besonders in dicht bebauten Regionen.
Wer mit Kindern nach Malta zieht, achtet deshalb häufig darauf, ruhigere Orte oder kleinere Städte zu wählen.
Anpassung für Kinder
Ein Umzug in ein anderes Land ist auch emotional eine Herausforderung. Kinder müssen sich an neue Schulen, Freunde und Routinen gewöhnen. Experten empfehlen daher, den Umzug früh zu erklären und Kinder aktiv in die Entscheidung einzubeziehen.
Fazit – lohnt sich Malta für Familien?
Viele Expats erleben Malta als angenehmen Ort, um Kinder großzuziehen:
- englischsprachige Umgebung
- gute internationale Schulen
- mildes Klima und viel Outdoor-Freizeit
- sichere und familienorientierte Gesellschaft
Gleichzeitig sollte man einige Punkte realistisch sehen:
- steigende Mieten
- viel Verkehr
- teilweise dichte Bebauung in beliebten Vierteln
Viele Familien lösen das Problem, indem sie nicht direkt im Expat-Zentrum wohnen, sondern in ruhigeren Orten etwas außerhalb.