Eines von hundert heranwachsenden Mädchen leidet unter Anorexia nervosa, auch bekannt als Magersucht. Diese Zahl ist höchst alarmierend. Denn die Folgen der psychomatischen Erkrankung können verheerend sein: trockene Haut, Durchblutungsstörungen, Herzrythmusstörungen oder Veränderungen der Sexualhormone stören das Gleichgewicht des Körpers. Aufgrund längerer Elektrolytestörungen entstehen teilweise bleibende Nierenschäden und durch Vitamin-D-Mangel Osteoporose. Etwa 10 bis 15% der Mädchen sterben an den Folgen der Anorexie. Und es sind nicht nur Mädchen betroffen. Zwar handelt es sich dabei um die größte Bevölkerungsgruppe, bei der Essstörungen und insbesondere die Anorexie am häufigsten vorkommen. Aber auch Frauen, Jungen, Männer und sogar Kinder unter 12 Jahren können betroffen sein. Oftmals leiden Erkrankte ihr ganzes Leben lang unter Esstörungen.

Anorexia Nervosa – die Magersucht

Der wissenschaftliche Ausdruck der Magersucht, Anorexia Nervosa, bedeutet etwa „nervlich bedingte Appetitlosigkeit“. Die Erkrankten versuchen dabei, so wenig wie möglich Kalorien zu sich zu nehmen. Die mangelnde Kalorienzufuhr führt jedoch immer wieder zu Heißhungerattacken. Diese entstehen, weil der Körper versucht, den Nährstoffhaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Wenn die Betroffenen den Hungerattacken nachgeben, fühlen sie sich oft schuldig und versuchen, die Kalorien durch Erbrechen wieder loszuwerden. Neben dem Halten einer strengen Diät bis hin zum tagelangen Fasten treiben an Anorexia nervosa Erkrankte oft viel Sport oder nehmen Abführmittel oder Stimulanzien wie Koffein-Tabletten ein.

Kreislauf der Essstörungen

Die einzelnen Essstörungen haben oft ähnliche Ursachen. Oftmals gehen sie auch ineinander über. So kann es gut sein, dass ein deutlich übergewichtiges Mädchen anfängt, Diät zu treiben – bis es nicht mehr aufhören kann. Plötzlich ist aus der Adipositas eine Anorexia nervosa (Magersucht) geworden. Das Mädchen schafft es jedoch nicht, so viel Gewicht zu verlieren, dass es sich damit gut fühlt. Immer wieder isst es doch, auch wenn es eigentlich Diät halten möchte. Oder Hungerattacken führen dazu, dass das Mädchen innerhalb kurzer Zeit große Mengen Essen zu sich nimmt. So kann es passieren, dass das Mädchen zu Appetitzüglern greift – oder sich immer wieder erbricht. So ist aus der Magersucht eine Binge-Eating-Störung oder sogar eine Bulimie entstanden.

Wichtig ist: Die Ursachen für die Essstörungen sind oft sehr ähnlich – in der Regel spielt mangelndes Selbstbewusstsein eine Rolle. Auch familiäre Faktoren und eine genetische Disposition tragen dazu bei – genauso wie eine genetische Veranlagung. Oft sind sich die Betroffenen ihrer Erkrankung nicht bewusst. Und die, die sich ihrer Krankheit bewusst sind, kultivieren diese bisweilen sogar (bekannt als Pro Ana Phänomen).

Magersucht

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